Gefühl Gesicht Gestalt

Auf den Spuren von Susanne Schmida
Durch Zufall stieß die Künstlergruppe FeinSinn auf den Nachlass von Dr. Susanne Schmida (1894 – 1981). Er enthielt u.a.  Fotografien, Manuskripte, Skizzen, Tonbandaufnahmen und Klaviernoten, die den Ausgangspunkt von „Gefühl, Gesicht, Gestalt“ bilden.
Susanne Schmida zählt zu den  wenigen Frauen in der österreichischen Tanz- und Gymnastikszene der zwanziger- und dreißiger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts, die dem Nationalsozialismus den Rücken zukehrten, und das nicht nur, weil sie mit einem Mann jüdischer Abstammung verheiratet war.
Susanne Schmida promovierte 1919 als eine der ersten Frauen Österreichs in Philosophie. Sie studierte Gymnastik und Tanz bei der Loheländerin Hilde Hager. Ihr Leben widmete sie mit Hingabe dem Aufbau und der Führung der eigenen Tanz- und Yogaschule, wo sie auch philosophische Inhalte lehrte. So führte sie viele Schüler durch eine mehrjährige Tanz- und Gymnastik-  Ausbildung, an deren Ende die Einweihung stand.

Getanzt von Sieglinde Gerold, Wolfgang Kühn  (zwei ehemalige Schüler Susanne Schmidas) und Elke Pichler zeigt die etwa  55 minütige Performance Rekonstruktionen der „Raumlinien Gymnastik“, einem Werk Susanne Schmidas, das ihren Tanzunterricht theoretisch untermauert. Auch nimmt der Abend Bezug auf die tänzerisch-gymnastischen Wurzeln der Schule Schmida, die Loheland Schule.  Eine Ausstellung mit Dokumenten, Notenmaterial und Fotos aus dem Nachlass sowie geschichtlichen Hintergrundinformationen ergänzt die Performance.
Die Musik stammt von Christoph Willibald Gluck, Frederic Chopin, Erik Satie,  Dimitri Schostakowitsch, Hans Dokoupil und  Alexander Nantschev. Sie wird live gespielt von Michael Flatz, Wolfgang Kühn,  Alexander Nantschev, Oswald Ruttner (ein ehemaliger Pianist Susanne Schmidas) und Robert Siegel. Weiters fließen erhaltene Originaltonbandaufnahmen aus dem Unterricht Susanne Schmidas  aus den 70-er Jahren in die Performance ein.
„Für die Frau Dr. Susanne Schmida, die mich durch ihren Weg zu meinem Weg gebracht hat“ (Widmung auf einem Foto in Susanne Schmidas Nachlass)

Mit der Unterstützung der Kulturabteilung der Stadt Wien, in Kooperation mit dem Österreichischen Theatermuseum.

Download Presse